24.06.2010

Netz.Ökologien: Zur Ethik des Abfalls im Zeitalter digitaler Medialisierung

2. bis 3. Juli 2010, HBKsaar, Handwerkergasse Völklingen


 

Jede gesellschaftliche Produktion bedingt einen Überschuss, der als Abfall vor allem Probleme der Entsorgung, aber auch Chancen der neuen Nutzung mit sich bringt. Gerade im Hinblick auf digitale Medien hat die ökologische Generalmetapher der Nachhaltigkeit jedoch überraschend schnell an konzeptueller Schärfe verloren und besitzt vor allem im Schnittbereich zwischen Ethik und Ästhetik kaum noch Strahlkraft.

 

Das paradoxe Versprechen einer technologie-basierten Entmaterialisierung ist nicht einlösbar. Stattdessen zeigt sich immer deutlicher, dass die in allen Informations-, Netzwerk- und Wissensgesellschaften angestrebte allumfassende digitale Vernetzung nach wie vor mit hohen sozialen und ökologischen Kosten verbunden ist.

 

Nachhaltigkeit kann daher nicht länger allein unter dem Blickwinkel sozial-technologischer Effizienz betrachtet werden. Eine informationsethische Auseinandersetzung stellt stattdessen die ökologischen Grenzen und Widersprüche in der Entwicklung, Nutzung, Produktion und Entsorgung digitaler Medien in den Vordergrund und lenkt den Blick auf jene Konflikte, die entlang zunehmend globaler Wertschöpfungsketten entstehen.

 

Das zweitägige Symposion will in Vorträgen und Workshops unterschiedliche Ansätze einer ethisch relevanten Praxis der Arbeit im Zeitalter medialer Digitalisierung aufzeigen.

 

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