Frans Masereel: Wir haben nicht das Recht zu schweigen - Dichter gegen den Krieg

21. Oktober bis 8. November 2015  

 

Ausstellung und multimediale Installation/ Fassadenprojektion in der Galerie der HBKsaar. Eine Kooperation der Frans-Masereel-Stiftung und des xm:lab mit dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes

 

 

Frans Masereel: Wir haben nicht das Recht zu schweigen - Dichter gegen den Krieg

 

 

Pressevorstellung am 21. Oktober 2015, 11Uhr

29. Oktober 2015, 19 Uhr: Auftakt zur internationalen Wanderausstellung und Buchvorstellung „Frans Masereel: Wir haben nicht das Recht zu schweigen - Les Poètes contre la guerre“

 

In einem Aufruf „An meine Freunde, die Künstler“ in der deutschen Exilzeitschrift Das Buch schrieb der belgische Künstler Frans Masereel kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im November 1939: „Wir haben nicht das Recht zu schweigen, noch indifferent zu sein gegenüber dem, was rings um uns geschieht.“ Der Kampf gegen den Krieg, der unermüdliche Einsatz für Freiheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit bestimmten zu diesem Zeitpunkt bereits nahezu ein Vierteljahrhundert lang Leben und Arbeit des Künstlers. Bis an sein Lebensende 1972 sollte Masereel nicht müde werden, mit Holzschnitten, Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden gegen Gewalt und Ungleichheit zu wirken.

1920 publizierten René Arcos und Masereel in ihrem Verlag den Band Les Poètes contre la guerre, eine Anthologie mit Antikriegsgedichten französischer Dichter. Unter dieser Überschrift erinnern wir an Masereels engen Kontakt zu gleichgesinnten Dichtern und Schriftstellern und ihr künstlerisches und politisches Selbstverständnis als Teil einer internationalen Bewegung. Masereel und seine Zeitgenossen haben ihre im Widerstand gegen den Ersten Weltkrieg entwickelten pazifistischen Positionen immer wieder hinterfragt, vor allem unter dem Eindruck des Dritten Reiches. Trotzdem steht der Titel Dichter gegen den Krieg bis heute für das Festhalten an der Möglichkeit friedlicher Konfliktlösungen, für einen »Möglichkeits-Realismus« (Ernst Bloch), der sich das Recht auf Utopien nicht durch Politiken der Alternativlosigkeit absprechen lässt.

 

Die Bildwelten, die das „unendliche Auge“ (Stefan Zweig) Masereels schuf, sind modular, kombinieren bestimmte Motive und Themen und lassen sich in immer wieder neuen Architekturen zusammensetzen. In der Ausstellung in der Galerie der HBKsaar wird dieser Aspekt in einer multimedialen Installation ebenso aufgegriffen aufgegriffen wie Masereels Experimente im Bereich der Bühnengestaltung und des Films.

Die interaktive Ausstellung in der Galerie der HBKsaar verbindet mehrere Präsentationsformen: Großformatige Präsentationstafeln kombinieren Grafiken Masereels mit zweisprachigen Werkauszügen und Kurzbiografien der Künstlerinnen und Künstler aus dem internationalen Anti-Kriegsnetzwerk um Masereel. Sie bieten so einen Zugang zur Bildwelt Masereels sowie zum internationalen kulturellen, politischen und sozialen Kontext seiner Arbeiten.

Zentrale Schnittstelle für die Interaktion mit den Inhalten der Ausstellung ist ein Spielfeld. Die Bewegung der Spielsteine durch Besucher/innen wird erfasst und triggert so die Erschaffung einer Bildwelt, in der Elemente aus Masereels Werk neu zusammengesetzt werden. Dieser Prozess kann als Projektion im Innenraum sowie auf der Medienfassade verfolgt werden. Innen ist diese Welt aus der Vogelperspektive zu sehen, außen in einer an die Architektur der Fassade angepassten Darstellung. Eine Projektion der animierten Bilderzählung Die Idee von 1932 erinnert an die Kooperation Masereels mit dem Filmemacher Berthold Bartosch. Die Musik, einer der ersten elektronischen Filmmusiken, wurde von Arthur Honegger komponiert. Über eine Buch-Installation wird die Digitalfassung der Publikation zugänglich und als Film erlebbar gemacht.

 

Die Ausstellung in der Galerie der HBKsaar ist der Auftakt einer Serie von Folgeausstellungen in Belgien, Frankreich und Luxemburg, in denen die Ausstellungsinhalte mit ortsspezifischen Formen der Installation kombiniert werden. Ergebnisse und Erweiterungen werden dokumentiert und in einer Abschlussausstellung im Saarland präsentiert.

 

Frans Masereel: Wir haben nicht das Recht zu schweigen - Dichter gegen den Krieg

Ausstellung und multimediale Installation / Fassadenprojektion

21. Oktober bis 8. November 2015

 

Kuratorenteam: Henrik Elburn, Hannes Käfer, Simon Pähler, Jan Tretschok, Soenke Zehle

 

Kooperationspartner: Frans-Masereel-Stiftung, Gollenstein Verlag, Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, xm:lab - Experimental Media Lab mit der Frans-Masereel-Stiftung

 

Auftakt zur internationalen Wanderausstellung und Buchvorstellung

„Frans Masereel: Wir haben nicht das Recht zu schweigen - Les Poètes contre la guerre“

29. Oktober 2015, 19 Uhr

 

Buch und Ausstellung sind Teil der auf mehrere Jahre vom Kultusministerium des Saarlandes angelegten Veranstaltungsreihe „COURAGE – Respekt, Toleranz und Verantwortung“.

Diese Reihe soll insbesondere der jungen Generation in unserer gemeinsamen Grenzregion SaarLorLux neue Sichtweisen auf die Vergangenheit vermitteln. Sie soll ihnen aber vor allem auch Mut machen, sich persönlich für das europäische Gesellschaftsmodell zu engagieren, das auf Freiheit, Demokratie, Toleranz und Solidarität basiert.

 

Weitere Infos:

www.xmlab.org/projects/mediatheory/mediatheory-2015/frans-masereel/