Nebulöses Futurieren

Plakat, Gestaltung: Maria Seitz
Plakat, Gestaltung: Maria Seitz

7. bis 21. Juni 2017

 

Eröffnung: 7. Juni 2017, 19 Uhr

 

Ausstellende

Mathias Aan’t Heck, Akosua Adu-Sanyah, Sylvie Felgueiras, Yannik Herter, Jules Meiser, Valerian Polienko, Lucie Sahner, Lucretia Schmidt, Thilo Seidel, Maria Seitz

 

Nachdem im November 2013 eine erste Resümee-Ausstellung der seit 2011 bestehenden Kooperation von HBKsaar und Enovos Deutschland SE in der Galerie der HBKsaar gezeigt wurde, präsentieren nun erneut Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausstellungsreihe EARLY BIRDS Beispiele ihrer Arbeiten in der Hochschulgalerie.

Vom Sommersemester 2014 bis zum Sommersemester 2017 bespielten insgesamt zwölf Studierende der HBKsaar die Räumlichkeiten des Unternehmens in Saarbrücken. Die Wechselausstellungen der Reihe EARLY BIRDS, die zweimal jährlich gezeigt werden, geben jeweils zwei  Studierenden die Möglichkeit, professionelle Ausstellungserfahrung außerhalb der Hochschule zu sammeln und bereits während des Studiums in die Öffentlichkeit zu treten.

Zehn der an der Ausstellungsreihe Beteiligten zeigen nun unter dem Titel „Nebulöses Futurieren“ ihre Arbeiten in der Galerie der HBKsaar. Die jungen Künstlerinnen und Künstler verbindet, dass sie als Kunsthochschulabsolventinnen und -absolventen in einen neuen Lebensabschnitt mit ungewisser Zukunft eintreten.

In Analogie zum Titel der Ausstellungsreihe und als Metapher für die eigene Lebenssituation gilt den jungen Künstlerinnen und Künstlern die Geschichte des 1997 vom russischen Kosmodrom Swobodny gestarteten Satelliten Early Bird 1, der bereits nach vier Tagen im Weltall aufgrund technischer Probleme verstummte und drei Jahre später in der Atmosphäre verglühte.

Werden die Absolventinnen und Absolventen den eigenen Erwartungen gerecht und wie werden sie sich als „Satelliten“ am „Kunsthimmel“ bewähren?

Für die Ausstellung in der Galerie der HBKsaar soll eine besondere Raumsituation konzipiert werden, bei der die individuellen Beiträge in eine übergeordnete Architektur eingebettet sind – „vielleicht das Innere eines Satelliten, eine Vision der Kunst der Zukunft, eventuell untermalt von Flötenklängen“, so das Projektteam.

 

Nebulöses Futurieren — Text von Jules Meiser

Vom Sommersemester 2014 bis heute bespielten insgesamt zwölf Studierende während des Early-Bird-Projektes die Firmenräume des Unternehmens Enovos in Saarbrücken. Zehn davon stellen nun gemeinsam aus. Als Kunsthochschulabsolventen*innen verbindet uns alle der Sprung in einen neuen Lebensabschnitt.

Als Thema dieser Ausstellung wählten wir den Satelliten. Die Geschichte des Satelliten Early Bird I erschien uns als Metapher für unsere eigene Lebenssituation. Es ist eine tragikomische Geschichte des Scheiterns. 1997 wurde er im Kosmodrom Swobodny im fernen Osten Russlands gestartet. Doch verstummte der US-Amerikanische Erdbeobachtungssatellit bereits nach vier Tagen. Fehler in der Energieversorgung machten Early Bird I nutzlos und er verglühte drei Jahre nach seinem Start in der Atmosphäre.

Early Bird I enttäuschte die Erwartungen seiner Schöpfer. Werden wir den Erwartungen an uns selbst gerecht? Die meisten der Künstler*innen stehen kurz vor oder nach ihrem Abschluss an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und blicken zum Teil einer ungewissen Zukunft entgegen. Als „Satelliten“ am „Kunsthimmel“ haben sie ein Mitteilungsbedürfnis, das nicht immer befriedigt wird.

Der gescheiterte Satellit munterte uns auf. Sein Verglühen in der  Erdatmosphäre – mit Sicherheit ein teures Spektakel – stellten wir uns schön vor. Seine Flugbahn als schwungvolle Parabel [Fuiiischrchuuu!] oder zackig, mit steilem Auf- und Abstieg [Fuiiit! Spschpchow!].

„Das war Early Bird I, ein totaler Reinfall“, könnte einer der Verantwortlichen gesagt haben. Pläne einen eigenen Satelliten zu starten. SaarSat? Was passiert eigentlich mit dem ganzen Weltraumschrott? Das Starten von Satelliten hat ja exponentiell zugenommen ...

Die Auseinandersetzung mit dem Satelliten verschlug uns in den Bereich des Science Fiction.

Wie wird die Kunst der Zukunft aussehen? Space‘ig? Anlässlich der Ausstellung in der Galerie der HBKSaar möchten wir eine futuristische Ausstellungsarchitektur − vielleicht das Innere eines Satelliten (?) − schaffen, die individuellen Arbeiten mit einbetten und gemeinsam eine Vision der Kunst der Zukunft entwickeln, eventuell untermalt von Flötenklängen.

Wie die Flugbahn des Satelliten ist auch unsere Zukunft ~ kurvig ~