Wintersemester 2010/ 2011

Freie Kunst

 

 

Elmar Hess: (*1966), von 1989-95 Studium der Freien Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Von 1998-2000 Film-Studium an der Universität Hamburg in Regie, Film- und Tonschnitt, Dramaturgie und Szenisch-bildnerische Umsetzung. Seit 2003 Leitung von Lehrveranstaltungen u.a. an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und bei der Ausbildungsgemeinschaft für Medienberufe des Norddeutschen Rundfunks.

 

Elmar Hess lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. Er war Stipendiat der „Deutschen Akademie Rom Villa Massimo“ und des „Deutschen Kunstfonds“ und war vertreten auf den Ausstellungen „Lost Paradise“, Kunstraum Wien; „German Open“, Kunstmuseum Wolfsburg; „Surfing Systems“, Kunstverein Kassel; „Man Son - Vom Schrecken der Situation“, Hamburger Kunsthalle, Villa Merkel Esslingen, u.a.

 

Elmar Hess arbeitet im Bereich Film, Video und Installation. In seiner Arbeit vermitteln sich zwischenmenschliche Konflikte als Resultat technologischer und systembedingter Zugzwänge. Dabei wird das individuelle Geschehen einer Fantasiekaskade geschichtlicher Ereignisse gleichgesetzt: In seinem Film „Kriegsjahre“ eskaliert eine Beziehungskrise zum Weltkrieg. Dem Protagonisten entgleitet die Wirklichkeit, der Küchentisch wird zum Schlachtfeld auf dem sich Hitler und Churchill begegnen. Kriegsstrategien des zweiten Weltkriegs bilden den fiktionalen historischen Fonds. Szenen aus dem Beziehungsclinch geben den subjektiven Hintergrund. In den beiden Handlungssträngen werden Egomanie und Größenwahn, Individualität und Systemzwang einander gegenübergestellt. Im Projekt „Freedom is not for free“ endet ein Liebeskonflikt vor dem Tribunal eines Menschenrechtskomitees. Die Arbeit, die sich aus Videos und fiktionalen Reportagefotografien zusammensetzt, zeichnet ein Gesellschaftsbild, in dem die Erfüllung menschlicher Sehnsüchte durch Lobbyismus und Manipulation durch die Medien verhindert wird.