Scriptorium ist die spätmittelalterliche Bezeichnung für eine Schreibstube neben der Bibliothek eines Klosters. Da sie geheizt war im Winter, war sie ein sehr beliebter Aufenthaltsort vor allem für die Novizen, andererseits bei den älteren Mönchen auch verachtet – der alte Vorbehalt der Praktiker gegenüber den Dichtern und Denkern. Im Scriptorium wurden Texte kopiert, vor allem solche aus der Bibel, teilweise aber auch solche aus dem philosophischen Schatz der Antike. Geschrieben wurde auf großformatige Blätter, die am Rand genügend Platz für Kommentare und kleine Zeichnungen (so genannte Drolerien) ließen. Das Ergebnis war also nicht allein eine Kopie, sondern auch gleich ein Kommentar – und wenn das kopierte Werk auch schon Kommentare enthielt, wurden diese mit abgeschrieben.

Technisch sind die hier versammelten Werke über einen Scanner in eine Datei verwandelt worden, was auch an den Ursprung des Wortes erinnert: Im Skandieren ist ein Hervorheben angelegt, das in der einfachen Kopie noch nicht gegeben ist. Was hier als Scan präsentiert wird, hebt sich also allein durch die Tatsache seiner Präsentation aus dem großen und tiefen Meer des Vergessenen heraus.

Das Projekt scriptorium an der HBKsaar widmet sich in loser Folge solchen Werken, die noch nicht in große Kopierprojekte des Internets aufgenommen wurden. Sei es, dass diese Werke zu privat sind, sei es, dass sie zu unbedeutend erscheinen, sei es, dass sie bislang schlicht vergessen wurden: Sie sind es wert gehoben zu werden und sollen gerade in und an der HBKsaar anderen Studierenden wie ihren Freunden zur Verfügung stehen. Das Projekt ist auf eine lange Laufzeit hin angelegt und vermittelt hoffentlich allen Leser/inne/n, dass es East of Google interessante Dinge zu erfahren gibt.

Wir haben in allen Fällen uns intensiv mit der Lage der Urheberrechte der kopierten Texte und Bilder auseinandergesetzt und waren der Meinung, dass die Originale rechtefrei verfügbar sind. Wer Rechte an den hier gezeigten Werken geltend macht, möge sich an r.sachsse@hbksaar.de wenden.


Alexandra Gorweiler

Alexandra Gorweiler

Sammelbilderalbum „Deutsche Märchen“

 

Das Sammelbilderalbum „Deutsche Märchen“ wurde 1939 vom „Cigaretten-Bilderdienst Hamburg“ veröffentlicht und enthält insgesamt 51 deutsche Märchen von den Gebrüder Grimm, sowie Märchen von Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff und Ernst Moritz Arndt mit den entsprechenden hundert farbigen Sammelbilder.

Diese zeigen Szenen aus den abgedruckten Märchen. Gemalt wurden die Bilder von Professor Paul Hey (1867-1952), (München, 1938). Mit dem Druck der Bilder war die Firma Albert Fischer (Berlin, 1939) beauftragt worden und den Text druckte die Offizin Poeschel & Trepte (Leipzig, 1939). Die in dem Buch enthaltenen deutschen Märchen wurden von Dr. Paul Alverdes (München) zusammengestellt und bearbeitet. Das Sammelalbum ist mit einem farbig  gestalteten Pappeinband (Karton) in dem Reemtsmaformat von ca. 31 x 23,5cm., mit 120 Seiten inkl. Inhaltsverzeichnis versehen.

Das Bilderalbum kostete ursprünglich eine Reichsmark und war somit für viele erschwinglich. Die Sammelbilder, auch Zigarettenbilder genannt waren einzeln in Zigarettenschachteln in zwei unterschiedlichen Größen zu kaufen, konnten aber auch beim Cigarettenbilderdienst direkt bestellt werden und in ein Sammelalbum eingeklebt werden. Das Sammeln von Zigarettenbildern war vor allem in den 1930er bis 1940er Jahren in Deutschland in Mode gekommen. Sie stellen somit einen Aspekt der Alltagskultur dieser Zeit dar.

 

Deutsche Märchen (PDF-Datei)


Myriam Hector

Myriam Hector

Unter'm Kkappel-Berg

Buben-Geschichtle um das Jahr 1930 von Robert Beyhl

 

1930 - Bedeutung und Hintergrund

Zu Beginn der 30er Jahre befand sich die deutsche Industrie in einer sehr schwierigen Lage. Allgemeine Geldknappheit und fehlende Nachfrage führten zu einem starken Rückgang der Produktion. Die Zahl der Arbeitslosen war sehr hoch. Diese schwierige Situation wurde dramatisch verschärft durch eine Weltwirtschaftskrise, die sich rasch auf Europa und besonders auf Deutschland ausweitete.

Durch großen Unmut in der Bevölkerung und durch falsche Versprechen gelang es der NSDAP, in der Reichtagswahl 1932 sich als stärkste Kraft zu  positionieren. Keine zwei Monate später erfolgte die Machtergreifung Hitlers durch die Ernennung zum Reichskanzler. Zunächst ging ein Ruck durch Deutschland und ein Gefühl des Aufschwungs verbreitete sich rasch. Auf dem Parteitag 1936 verkündete Hitler, dass die Zahl der Arbeitslosen von 6 auf 1 Million zurückgegangen war und führte einen Vierjahresplan ein, der eine eindeutige Entwicklung für die Industrie festlegte. Gefördert wurden vor allem öffentliche Arbeiten wie Straßenbau, Autobahnbau und Flugplatzanlagen. Gleichzeitig vergab das NS-Regime viele Staatsaufträge an Industriefirmen. Die Beschäftigungspolitik hatte die Arbeitslosenzahl vermindert, die Kaufkraft erhöht und die Wirtschaft angekurbelt.

Doch die staatlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die öffentlichen Aufträge, die Politik der Aufrüstung waren unproduktiv. Die wirtschaftliche Aussicht wurde schlechter: es herrschte Devisenmangel, es fehlten Rohstoffe, es gab Probleme in der Zahlungsbilanz, ab 1939 wurden Banknoten ohne Deckungsreserve  gedruckt. Inflationäre Tendenzen traten ein. Das Ganze gipfelte in der Mobilmachung der Wehrmacht welche am 1. September 1939 ohne vorherige Kriegserklärung in den Westen Polens einmarschierte. Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien im Rahmen ihrer Beistandsverträge mit Polen Deutschland den Krieg.

Die 30er Jahre in Deutschland waren eine Zeit der "Auf's und Ab's". Geprägt durch Wirtschaftskrise und Armut, Aufschwung, Aufrüstung und Kriegsbeginn. Das Buch beinhaltet eine Sammlung von Kindheitsgeschichten meines Großvaters aus dieser Zeit.

Mein Opa, geboren 1920, war gelernter Lebensmittelkaufmann und war als junger Mann Fernmelder im Zweiten Weltkrieg. Nach seinem Kriegsdienst arbeitete er weiter in seinem Beruf als Geschäftsführer eines Lebensmittelgeschäfts und bereiste die halbe Welt. Außerdem war er großer Liebhaber des geschriebenen Wortes und schrieb selber viele Geschichten, Briefe und Tagebuch. Auch wenn er das Schreiben nie gelernt hat, sind seine Erzählungen klar und leicht verständlich, voller Witz und Anekdoten.

Unter'm Kappelberg umfasst insgesamt 11 Kurzgeschichten über die unterschiedlichsten Themen. Alle Geschichten wurden von meinem Opa in den 70er Jahren nieder geschrieben und zu dieser kleinen Ausgabe gebunden. Jede Geschichte umfasst 4-5 Seiten und spiegelt die gesellschaftlichen, sozialen und familiären Strukturen der 30er wieder und zeigt dass Kinder eigentlich gar nicht viel brauchen um glücklich zu sein.

 

Unter'm Kappel-Berg Teil 1 (PDF-Datei)

Unter'm Kappel-Berg Teil 2 (PDF-Datei)


Isabelle Schwarz

Isabelle Schwarz

Sei praktisch!

Das Frauenbild innerhalb des NS-Regimes

 

Die Aufgabe, die nach Auffassung der Nalionalsazialisten den Frauen in der Geselschalt zukam, war es fürdie Ausbreitung der "arischen Rasse" zu sorgen.

Neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau, war die wichtigste Rolle der deutschen Frau die Mutterrolle.

Durch gezielte Propagandaaktionen versuchte man erfolgreich das Selbstverständnis der Frauen in eine bestimmte Richtung zu lenken. So sprach man unter anderem von einer professionellen Hausfrauen- und Muttertätigkeit und gab den Frauen damit das Gefühl ein unentbehrlicher Faktor im politischen System zu sein.....mehr als PDF-Datei

 


Christina Sinaris

Aufbau und Lehrplan der Staatlichen Kunst-und Kunstgewerbeschule des Saargebiets in Saarbrücken
Aufbau und Lehrplan der Staatlichen Kunst-und  Kunstgewerbeschule des Saargebiets in Saarbrücken
Staatliche Kunst-und Kunstgewerbeschule Saarbrücken
Staatliche Kunst-und Kunstgewerbeschule Saarbrücken

Broschüre Aufbau und Lehrplan der Staatlichen Kunst-und  Kunstgewerbeschule des Saargebiets in Saarbrücken

Broschüre Staatliche Kunst-und Kunstgewerbeschule Saarbrücken

 

Was ist so vortrefflich, dass es das augenblickliche Vergnügen überragt und zeitlebens Genuss bereitet?

Etwas, dass in seiner Aufmachung dem Zeitgeist der Mechanisierung entspricht? Ist es ein Werk, das in höchstem Grade durch Schönheit und technische Vollkommenheit besticht? Ein sogenanntes Luxusgut, das vermeintlich nur Wenige besitzen?

Mitnichten.

Was also ist Luxus? Reichtum?

Eine Frage die für das damalige Saargebiet als Brennpunkt von Industrie und Handwerk vordergründig wurde. Und der sich die Gründer der Kunst-und Kunstgewerbeschule des Saargebiets im Jahre 1924 bewusst werden sollten.

Mehr noch: Ein mit dieser Frage verbundenes Problem, dessen Lösung eine eigene und über die Lage erhabene Haltung erforderte.

Diesem Umstand geschuldet stand eine maßgebliche Unterscheidung, ein Grundsatz voran, der in vielen anderen Disziplinen bereits Anerkennung gefunden hatte. Nämlich der Grundsatz, dass alles was sich erben lässt ein Gut der Masse ist. Jenes Talent mit dem die wenigen geboren werden, aber ein für die Masse rares Gut ist, welches erhalten und gefördert werden sollte.

Denn es ist das Talent jener wenigen, die den materiell kostbaren Dingen ihren Wiedererkennungswert geben.

Somit bildete sowohl die Auffassung von Reichtum, als auch die Veredelung des Handwerks im künstlerischen Sinne den Anspruch der Kunst-und Kunstgewerbeschule des Saargebiets und den bei der Förderung ihres künstlerischen Nachwuchses wichtigsten Leitgedanken.

Ein Leitgedanke und eine Tradition in der auch die 1946 gegründete Nachfolgeinstitution, die Schule für Kunst und Handwerk die Treue hielt. Und dem die 1989 gegründete Hochschule der Bildenden Künste Saar durch ihr künstlerisch-pädagogisches Konzept und ihr interdisziplinär gestaltetes Lehr-und Lernangebot in bester Weise entspricht.

 

Broschüre Aufbau und Lehrplan der Staatlichen Kunst-und Kunstgewerbeschule des Saargebiets in Saarbrücken

Mit einem Vorwort von Fritz Grewenig, Saarbrücken, Mai 1924

Druck: F.Maas & Sohn AG Saarbrücken

Künstlerische Ausstattung erfolgte nach der Anordnung von Binder

(PDF-Datei)

 

Broschüre Staatliche Kunst-und Kunstgewerbeschule Saarbrücken

Mit dem Vorwort des ersten Schulprospektes aus dem Jahre 1924 und einem zusätzlichen Vorwort desselben Verfassers (Fritz Grewenig) vom Oktober 1934

Klischeeerstellung und Druck: Saarbrücker Druckerei und Verlag AG., Saarbrücken

(PDF-Datei)


Annabelle Wagner

Annabelle Wagner

PURZEPLUS

Wichtelmännchens Wanderfahrten

 

An einem schönen Wintertag, kurz nach dem Mauerfall, fuhren meine Eltern nach Dresden. Sie schlenderten Hand in Hand durch die Straßen und entdeckten in einem Hinterhof eine alte Frau. Diese verkaufte auf ein paar wackeligen Tischen alte Töpfe und Pfannen, verschiedene Gläser und vieles mehr.

Mutter zog an Vaters Hand, um in den Hinterhof zu gelangen. Dort begann sie auch gleich zu stöbern. Nach einiger Zeit fand sie unter dem alten Hausrat ein kleines Büchlein: PURZEPLUS I, Wichtelmännchens Wanderfahrten.

Sie verliebte sich sofort in dieses kleine Buch, welches bereits 1945 gedruckt wurde, vor allem in die handgefertigten, wunderschönen Scherenschnitte, die die Verse in dem Buch begleiten. Sie kaufte das Buch und pflegte es 24 Jahre lang.

Heute, nach 68 Jahren und einer bewegenden Geschichte, hat das Büchlein seinen Weg zu mir gefunden. Doch all meine Recherchen über die Autorin Ingeborg Eichstaedt blieben erfolglos. Trotzdem möchte ich das Buch auf diesem Weg nochmals veröffentlichen und hoffe, dass es so nicht in Vergessenheit gerät.

 

PURZEPLUS I, Wichtelmännchens Wanderfahrten

Autorin: Ingeborg Eicherstaedt

Verlag: Ula Verlag Naumburg/Saale

Datum: März 1945

PDF-Datei