Dokumentarfilm Die Eulenspieglerin – Ulrike Rosenbach
Deutschland 2026, 105 Minuten
- Regie: Sung-Hyung Cho, Yvonne Lachmann, AG Rosenbach
- Produktion: Pina Beres, Sung-Hyung Cho
- Produktionsfirma: HBKsaar
- Darsteller*innen: Ulrike Rosenbach, Barbara Herold, Walli Höfinger, Bengü Karaduman, Lena Lieselotte Schuster
- Kamera: Denise Wagner, Pina Beres, Michael Kitzhöfer, David Rohner, Siwei Li, Leon Atay
- Drehbuch: Sung-Hyung Cho
- Montage: Sung-Hyung Cho, Yvonne Lachmann
- Ton: Marie Junges, Hanhee Oh, Yvonne Lachmann, Siwei Li
- Musik: Keine Filmmusik
- Sound: Design Uwe Bossenz
Mit Die Eulenspieglerin – Ulrike Rosenbach bringt Sung-Hyung Cho eine Künstlerin zurück ins Licht, die ihrer Zeit voraus war – und dafür lange übersehen wurde. Der Film feiert seine Weltpremiere beim 19. LICHTER Filmfest Frankfurt International am 29. April 2026 um 18 Uhr im Festivalzentrum in Anwesenheit der Regisseurin und der AG Rosenbach.
Im Zentrum steht Ulrike Rosenbach: Pionierin der Video- und Performancekunst, erste weibliche Rektorin einer deutschen Kunsthochschule – und eine Figur, die sich nie darum bemühte, gefällig zu sein. Dieser Film stellt keine glatte Biografie her. Er tastet sich vor. Fragt. Widerspricht. Und entdeckt eine Künstlerin, die Widerstand nicht behauptete, sondern verkörperte – mit Videokamera, Körper und einer radikalen künstlerischen Haltung.
Zum 80. Geburtstag Rosenbachs plant das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe eine Retrospektive. Der Film begleitet die Vorbereitungen und wird dabei selbst zur Suchbewegung: durch Atelier, Archiv und Erinnerung. Was dabei sichtbar wird, ist mehr als ein Werk. Es ist ein Leben gegen die Zumutungen einer männlich dominierten Kunstwelt der 1970er Jahre – und eine Selbstverständlichkeit, die bis heute irritiert.
Bemerkenswert ist auch die Entstehung des Films: Er ist das Ergebnis eines kollektiven Arbeitsprozesses. Gemeinsam mit sieben Studierenden gründete Sung-Hyung Cho die AG Rosenbach – ein Team, in dem die Autor*innenschaft bewusst geteilt wird. Idee, Recherche, Kamera, Ton, Montage: Alles ging durch viele Köpfe und Hände. Beteiligt sind Pina Beres, Marie Junges, Yvonne Lachmann, Siwei Li, Hanhee Oh, Lisa Roisch und Denise Wagner.
Der Film erzählt damit nicht nur von künstlerischer Praxis, sondern praktiziert sie selbst.
Rosenbachs Verbindung zur HBKsaar ist dabei mehr als biografische Fußnote: Von 1989 bis 2007 lehrte sie dort als Professorin für Neue Künstlerische Medien, von 1991 bis 1993 war sie Rektorin – und prägte die Hochschule nachhaltig.
Sung-Hyung Cho, geboren in Südkorea und seit 2011 Professorin für Künstlerischen Film an der HBKsaar, ist bekannt für ihre persönlich geprägten Dokumentarfilme. Arbeiten wie Full Metal Village zeigen, wie sich individuelle Geschichten mit gesellschaftlichen Verwerfungen verschränken. Auch Die Eulenspieglerin – Ulrike Rosenbach folgt diesem Ansatz – und geht zugleich einen Schritt weiter: hin zu einem Film, der nicht nur porträtiert, sondern Position bezieht.
Yvonne Lachmann, AG Rosenbach, studierte Media Art & Design an der HBKsaar und erhielt 2025 ihren Diplomabschluss. Sie gewann den Medienpreis 2025 der Caritas Baden-Württemberg mit Lebensunwert, der während ihres Studiums an der HBKsaar entstand.
Die Eulenspieglerin – Ulrike Rosenbach läuft im regionalen Langfilmprogramm des Festivals und feiert in Frankfurt seine Weltpremiere. Der Film wurde durch die Landesmedienanstalt Saarland und die HBKsaar gefördert.