Prof. Bodo Baumgarten


1989 – 2006 Professur für Malerei




Studiengang

Freie Kunst

 

Maler – mit den Wurzeln tief in den Traditionen, zugleich, was Du beginnst, es ist noch nicht gemacht!

10 Jahre Hochschule, mein Vorsatz: selber machen, direkt neben der Arbeit der Studierenden – heute ist dadurch alles anders als zu Anfang. Praxis, Leben, lernendes Lehren. Akademia – Begegnungsstätte –. Jeder kann gestalten und Gestalt annehmen. Immer wieder neu, die Waage zwischen Tun und Leben und Einfluß nehmen. 

Ein Teil des Gesamtkörpers der HBK sind die einzelnen Ateliers, überschaubare Gemeinschaften, in denen je nach Interessenlage schwerpunktmäßig gearbeitet wird. Mein Gebiet: Malerei und was dazugehört. In eigenverant-wortlicher künstlerischer Arbeit – wie bei sich ständig ändernden zellularen Strukturen – malerische Fähigkeiten, Erkenntnis erarbeiten. Was ist mit sich selbst, wie reagieren, was von außen einstürmt, agieren, was Bild wird? Malen als Primärtätigkeit. Durch Tun, Erkennen, Sich-Befinden...wachsen. Gerade relative materielle Voraussetzungslosigkeit bringt Existenzialität mit sich. Diese durch Handeln treffen.

Die wöchentlichen Atelierrundgespräche gemeinsam mit Prof. Dr. Gerhardus (Philosophie, Semiotik, Kunsttheorie an der Uni Saarbrücken). Anregung, Klarheit sich zu äußern. Etwas Ganzes von Theorie und Praxis! Um in die Tiefe zu gelangen, braucht man Zeit. Lebendiges Sehen, Hoffnung durch eigenes Tun der Welt zu entgegnen, machen, daß das, was schutzlos scheint, Saft hat.

Die großen Ausstellungen, mit denen wir die Öffentlichkeit suchen, waren: mit den Saarbergwerken AG 1993, Kunstwerkberg (Katalog), Malersommer in der Alten Völklinger Hütte, gefördert von der Deutschen Bank AG, gemeinsam betrieben mit dem Atelier Prof. Nestler 1998 (Katalog), Portrait linke Hand und anderes Unversichertes von der HBKsaar zur Eröffnung des UKV-Gebäudes 1996, Aktzeichnen bei Bodo Baumgarten –Studierende und Gäste der HBKsaar in der Galerie Entrée im Ministerium für Wirtschaft und Finanzen 1998 und anderes neben den jährlichen Tagen der offenen Tür. Eine wesentliche Verbindung nach außen war das Aktzeichnen selbst, in dem Studierende Kunst und Design aller Jahrgänge, von außerhalb interessierte, häufig genug spätere Studierende sich trafen.

Sehr gerne hatte ich immer wieder auch erklärte Designstudenten, die sich semesterweise unserer Ateliergemeinschaft anschlossen und höchst produktiv im rein künstlerischen wurden. Projekte wie Bild und Schrift, (sprechende Produkte?) mit Ivica Maksimovic und Dieter Krüll versuchten über gemeinsame Atelierarbeiten von Künstlern und Designern neue Bindungen herzustellen. Den Designern das vielleicht zu direkte Nutzen-Denken in ein freier schweifendes, sich selbst verantwortliches Handeln zu verwandeln, in dem die Ergebnisse wieder Resonanzböden werden für neue Anläufe. Und Künstler sollten auch mit praktischen einsetzbaren Dingen umgehen lernen. In der Ausstellung dann das Erkennen von Positionen, von denen neues Lebensgefühl ausgehen kann.

Ähnliches soll in Gang gesetzt werden mit Malerei und Computerarbeit, deren verschiedene Erlebnisfähigkeit sich aufschaukeln könnten. Raum-space-salle-cyberspace, gemeinsam mit Burkhard Detzler. Zeitströmung, Bewußtsein, Stil? Die Proben liegen auf der Straße.

Bodo Baumgarten

 

"Die Kunsthochschule als eine Stätte der Begegnung. Ich lehre Malerei und was dazugehört. Also, ich versuche den Begriff Malerei auszuweiten, ins Räumliche und ins Physische hinein. Die Studierenden motiviere ich, ihre Ansätze offen, in einen freien Horizont hinein zu entwickeln."