Prof. Christina Kubisch


1994 bis 2013 Professur für Plastik/Audiovisuelle Kunst




Studiengang

Freie Kunst

»Christina Kubisch hat in ihren Installationen seit 1980 viele Themen angeschnitten: Natur und Technik mit Installationen in Wäldern, Parkanlagen und wispernden Bäumen, Stille, die in vielen ihrer Arbeiten eine Rolle spielt, Drinnen und Draußen, Räume und Orte, auch sakrale Orte wie Kirchen und Tempel. 

Die Materialien sind ebenso vielfältig. Sie respektieren nicht die Grenzen der Institution der traditionellen Kunst, was angesichts der Doppelausbildung von Christina Kubisch - Bildende Kunst und Musik vielleicht nicht überrascht, aber grundsätzlicher in einen Prozess der Autonomisierung aller Bereiche der Kunst eingebettet ist. Das Auffinden des verwendeten Materials ist in den kreativen künstlerischen Prozess hineingezogen. Es kann optischer oder akustischer Natur oder beides sein.

Es gibt ein Gemeinsames in den Arbeiten: Christina Kubisch rückt bekannte Räume, Dinge oder Ereignisse in die Ferne, um sie uns nahe zu bringen. Dabei bedient sie sich oft einer doppelten Dialektik. Denn das Verrücken geschieht oft so, dass sie uns eine Ansicht präsentiert, die sich leicht in die gängigen Wahrnehmungsschemata einfügt. Lautsprecher, die optisch an Naturerscheinungen oder Bilder erinnern, Klänge, gar Sprache, die gar nicht elektronisch wirken. 

Es wird etwas präsentiert, auf das man sich einlassen muss, um Reflexivität und Beunruhigung zu erfahren. Eine wichtige Inspirationsquelle sind Räume und Orte, die öffentlich/historisch oder alltäglich sein können, die wir aber gar nicht wahrnehmen, selbst nicht, wenn es Orte des Gedenkens sein sollten.«

 

Dr. Helga de la Motte-Haber

Auszug aus der Eröffnungsrede der Ausstellung "Dreiunddreißig Felder", Parochialkirche Berlin 2002