Prof. Heinrich Popp


1989 – 2009 Professur für Kommunikationsdesign/ Grundlagen der Gestaltung




Studiengang

Kommunikationsdesign

Das klärende Aufbereiten von Informationen und das medienspezifische Gestalten werden zunehmend an Bedeutung gewinnen hinsichtlich der immensen Datenflut und -vielfalt.

Selektieren und Ordnen, Aufbauen struktureller Informationshierarchien bilden die Grundlagen für gestalterische Möglichkeiten.

Das Bemühen, jeden bewußten Einsatz von irrationalen Manipulationsmechanismen auszuschalten, wohlwissend, daß dieses Ziel zu erreichen eine Utopie bleiben wird, ist heute, in einer Zeit, in der wieder Tendenzen manchmal deutlich spürbar, mindestens aber latent vorhanden sind, den Menschen auf eine Projektionsfläche, einen Voyeur oder Verbraucher zu reduzieren, vor allem in Kunst und Werbung, aber auch in der Architektur, mit ihren obszönen Zeichen von Macht, notwendiger denn je.

Minimale Botschaft – maximaler Zeichenaufwand

Mit reaktionärem Kunstwollen und größter Redundanz gestaltete goldene Bücher, welche das Versprechen, die Welt zu retten im Titel führen, aber ohne Inhalt sind, werden mit Gewalt und Raffinesse unters Volk gebracht.

Die Entemotionalisierungsversuche in der Mediengestaltung sollen nicht Ausdruck einer Emotionsfeindlichkeit sein. Sie sollen vielmehr das Gegenteil bewirken: größtmögliche Freiräume schaffen für die eigenen Assoziationen des Rezipienten.

Diese hier zugrundeliegende Liberalität, in deren Mittelpunkt der emanzipierte Mensch steht, setzt natürlich eine in der demokratisch-humanistischen Grundeinstellung tief verwurzelte Erziehung voraus.

Die angestrebte Objektivierung des Gestaltens soll in der Lehre entstehen. Dabei müssen den Medien entsprechende Entwicklungsmethoden für Grundlagenarbeit vor dem Hintergrund einer fundierten Kenntnis von der Wirkungsweise der Zeichen angewendet und dauernd neu geschaffen werden.