Peter und Luise Hager-Preis 2026 – übersetzen
WS 2025/26
Studierende
Verwandte Auszeichnungen
Peter und Luise Hager-Preis 2018 – Kontakt
Peter und Luise Hager-Preis 2019 – Widerstand
Peter und Luise Hager-Preis 2017 – Kreis
Peter und Luise Hager-Preis 2016 – Netz
Peter- und Luise-Hager-Preis 2015 – Spannung
Peter und Luise Hager-Preis 2020 – Glaube
Peter und Luise Hager-Preis 2021 – Wissen
Peter und Luise Hager-Preis 2022 – Nicht-Tun
Peter und Luise Hager-Preis 2023 – üben
Peter und Luise Hager-Preis 2024 – obsessiv
Peter und Luise Hager-Preis 2025 – MUT
Peter und Luise Hager-Preis 2026 – übersetzen
In diesem Jahr stand der Peter und Luise Hager-Preis unter dem Thema übersetzen – verstanden nicht nur im sprachlichen Sinn, sondern als künstlerischer Prozess zwischen Medien, Generationen, Technologien und gesellschaftlichen Erfahrungen. Die eingereichten Arbeiten zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und zeitgenössisch dieses Thema verhandelt werden kann. Am Wettbewerb beteiligten sich 49 Studierende aus allen Semestern und Studiengängen der HBKsaar. Zehn Arbeiten wurden von der Jury für die Ausstellung der Finalist*innen ausgewählt, die bis zum 21. Februar 2026 in der Hochschulgalerie zu sehen ist. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 6. Februar 2026 wurden drei Preisträger*innen ausgezeichnet:
1. Preis: Melissa Pelk – Bewerbung (Videoinstallation)
In ihrer Kunst spielt Melissa Pelk mit der Kombination und Abschottung von Niedlichkeit, Abfall, Vergänglichkeit und Vulnerabilität. Dies übersetzt mit unterschiedlichen Medien wie Installation, Foto, Video, Skulptur und Malerei. Bewerbung ist eine Auseinandersetzung mit persönlichen Ängsten. Mit der Angst, nicht verstanden zu werden. Mit der Angst, nicht gehört zu werden. Mit der Angst, dass Sprechweise, Aussehen und Alter vor allem anderen entscheiden. Die Videoinstallation besteht aus zusammengesetzten Sequenzen eines fiktiven Bewerbungsgesprächs. Sie zeigt eine Person im lustigen Hasenkostüm, welche stottert, zögert, um Ausdrucksweisen ringt und nebenbei versucht, mit Zirkuskunststücken die Bestätigung der Betrachtenden zu gewinnen.
2. Preis: Maike Paul – Pfeil (LCR) (Installation)
Maike Paul beschäftigt sich mit Prozessen der Wahrnehmung. Ausgehend von Alltagsbeobachtungen leitet sie visuelle Strukturen ab, die sie in grafische und räumliche Arbeiten übersetzt. Inspiriert von Straßenschildern in Japan thematisiert die Installation Pfeil (LCR) einen Prozess der Übersetzung von links nach rechts, in dem sich Bedeutung und Lesbarkeit im Zentrum verschieben. Zwischen zwei klaren Lesarten entsteht ein mehrdeutiger Zwischenraum, der das Motiv zugleich verbindet und dekonstruiert. Gezeigt werden die LCR-Konstruktion sowie der Abdruck ihres flach ausgelegten Zustands.
3. Preis: j. Haeusser – Duzen (Videoinstallation)
In aufmerksamer Selbstreflexion und detailverliebter Beobachtung verarbeitet j. Haeusser kleine wie große Alltagsbelastungen. Erwartungen und Normen, sowohl an Individuen als auch an Gruppen werden hinterfragt, verzerrt oder aufgelöst – einhergehend mit einer stetigen Auflösung des Bildes und seines Rahmens. In der Videoarbeit Duzen unterhalten sich zwei Köpfe in Profilansicht, getrennt
durch einen unbestimmten Weißraum. Sie versuchen miteinander zu kommunizieren, schaffen es aber nicht. Eine Figur erscheint als eine Art Mentor*in, während die andere unsicher schwankt zwischen freudiger Empfänglichkeit gegenüber den gesprochenen Weisheiten und dem Bedürfnis, dennoch ihren individuellen Willen durchzusetzen.
Über die Vergabe der Preise entschied eine Fachjury mit Vertreter*innen aus Kunst, Kultur und Hochschule: Susanne Trockle, Vorstandsmitglied der Peter und Luise Hager-Stiftung, Dr. Andrea Weber, langjährige Leiterin der Saarländischen Galerie in Berlin, sowie drei Professor*innen der HBKsaar: Prof. Dr. Matthias Winzen, Prof. Beate Mohr und Prof. Mark Braun.
Mit 5.000 Euro ist der erste Platz dotiert, mit 3.000 Euro der zweite und mit 2.000 Euro der dritte Platz. Alle weiteren Ausstellungsteilnehmenden erhalten eine Förderung von 500 Euro.