(to)picture by hand


Manuelle Bildbearbeitung
SS 2021

Termine

Startdatum: 13.04.2021
Enddatum: 20.07.2021
Dienstag: 14:00 - 18:00
weitere Arbeitstreffen: 27.4., 11.5., 25.5., 8.6., 22.6., 6.7., 20.7. im Wechsel zwischen online und Präsenz wie es die pandemische Lage zulässt.


Lehrende*r

Prof. Ralf Werner


Lehrveranstaltung
geeignet für

Studiengänge

Freie Kunst
Kommunikationsdesign
Kunsterziehung
Produktdesign
Media Art & Design


Veranstaltungsort

Grundlagenatelier


Maximale Anzahl Teilnehmer*innen

14


Anmeldeverfahren



Veranstaltungsart

Atelierprojekt kurz

ECTS

8 ECTS


Leistungskontrolle

Vorlage und Präsentation von Arbeitsergebnissen


Beschreibung

Dem (analogen) fotografischen Bild liegt in seiner traditionellen Deutung die Behauptung einer wahrheitsgetreuen Abbildung der Realität zugrunde. Roland Barthes beschreibt 1980 in seinem Essay „Die helle Kammer“ wie die Fotografie durch einen technisch-registrativen Prozess festhält was gewesen ist, und das fotografische Bild dieses „es-ist-so-gewesen“ in die Realität unserer Gegenwart bringt. Dieses Postulat aus vordigitaler Zeit scheint heute angesichts der Instantphotography der Smartphones, der Pixelflut des Internets und der hyperrealen Bilderwelten der Virtual Reality obsolet geworden zu sein. Dabei haben Fotografen seit jeher ihre Bilder manipuliert: Das fängt bei der Wahl des Bildausschnittes an, geht über die fotochemische Bearbeitung im Labor bis zur Montage oder Retusche des fertigen Bildes. Die digitale Fotografie hat die Möglichkeiten der Bildmanipulation nun beinahe ins Unendliche erweitert.Softwares für die digitale Bildbearbeitung ermöglichen Eingriffe in die Bildwirklichkeit, die für einen Betrachter in ihrer Entstehungsweise kaum noch nachvollziehbar, oder überhaupt als solche erkennbar sind. Diese Bilder bezeugen kein „es-ist-so-gewesen“, sondern sie imaginieren Realität mit den Mitteln der Imitation.

Ein anderes Theorem von Barthes scheint hingegen auch im digitalen Zeitalter noch gültig zu sein. Das Medium der Fotografie ist so eng an das Bezugsobjekt, das es darstellt gebunden, dass die Fotografie selbst als Medium bei ihrer Betrachtung fast zu verschwinden scheint. Roland Barthes schreibt dazu: „Was immer auch ein Photo dem Auge zeigt und wie immer es gestaltet sein mag, es ist doch allemal unsichtbar: es ist nicht das Photo das man sieht“.

In diesem Atelierprojekt erproben wir Methoden der manuellen Bildbearbeitung, die dem fotografischen Bild als Medium neue Sichtbarkeit verleiht. Indem ein Foto an seinen materiellen Träger gebunden ist, wird es auch auf dieser Ebene handhabbar und formbar. Gezielte manuelle Eingriffe in das Bildmaterial können dem Bildträger Wahrnehmbarkeit und Relevanz verleihen, und eine Erzählung „hinter“ den Bildern zum Vorschein kommen lassen. Die so manipulierten Bilder berichten nun nicht mehr nur von den Personen oder Szenerien, die auf ihnen zu erkennen sind, sondern sie erzählen zugleich von ihrem "gemacht-sein", und reflektieren damit ganz grundsätzlich das Bildermachen selbst.

 Zum organisatorischen Ablauf unter pandemischen Bedingungen: Das erste Arbeitstreffen mit einem einführenden Impulsvortrag zum Thema wird als Videokonferenz stattfinden. Für die darauf folgenden Arbeitsbesprechungen wird angestrebt, diese in einen hybriden Modus im Wechsel zwischen Präsenztreffen und Videokonferenzen stattfinden zu lassen. Die Videokonferenzen werden in der großen Gruppe stattfinden. Für Treffen in Präsenz muss die Gruppe der am Projekt teilnehmenden Studierenden in zwei Hälften unterteilt werden, so dass sich zwei Gruppen von max. acht Personen auf Abstand begegnen können. Das ergibt eine maximale TeilnehmerInnenzahl von 14 Personen.