Fiktion Macht Geschichte.


Warum wir Geschichten erzählen, Filme schauen und Spiele spielen
SS 2021

Veranstaltungsart

Theorie Seminar – Vorlesung – 8 ECTS
Theorie Seminar – Vorlesung – 4 ECTS

ECTS

8 ECTS
4 ECTS


Leistungskontrolle

Referat/Hausarbeit/Klausur


Beschreibung

Eine US-Dollar-Note vereinigt einige große Fiktionen der Gegenwart: Geld, Gott und Nation. Fiktionen sind mächtige Treibstoffe. Sie motivieren das Leben von Menschen – sei es in der Politik, im Medienalltag oder Wirtschaftsleben. In Fiktionen verhandeln Menschen von jeher existentielle Grunderfahrungen wie Entscheidung, Spiel, Kampf, Scheitern.

Im Rahmen unserer Veranstaltung untersuchen wir die literaturgeschichtlichen, kulturphilosophischen und -anthropologischen Quellen von Fiktionen. Wir fragen uns, was wir aus literarischen Texten wie dem Gilgamesch-Epos, der „Illias“ oder der „Odyssee“ heute noch Wertvolles lernen können für die Entwicklung von guten Geschichten. Und wir fragen uns, was die strukturellen Unterschiede sind, die zwischen Fiktionen, Illusionen, Ideologien und Mythen bestehen.

Wir untersuchen „Mythen des Alltags“ (Roland Barthes) nach Mustern und Zeichen, die anscheinend immer wiederkehren und fragen uns, ob nicht die Erfahrung einer sinnvollen Existenz davon abhängt, ob wir uns und anderen eine gute Geschichte vom eigenen Leben erzählen können. Gibt es eine Pflicht zur eigenen Biographie als einer Form der Selbstmythologisierung? Und welche Funktion kommt dabei dem „homo ludens“ zu, dem Mensch, der in Spiel und Entscheidung die Regeln des Zusammenlebens kennenlernt?

 

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