Am Anfang war das Bild - Filmsprache_SS26
Die Geburt des Kinos aus dem Geist der technischen Innovation und Maschinisierung des Sehens
SS 2026
Termine
Startdatum: 14.04.2026
Enddatum: 14.07.2026
Dienstag: 10:00 - 13:00
Lehrende*r
Lehrveranstaltung
geeignet für
Studiengänge
Freie Kunst
Kommunikationsdesign
Kunsterziehung
Media Art & Design
Lehrveranstaltung
auch geöffnet für
Studiengänge
Master Experimental Media
Master Freie Kunst
Master Kommunikationsdesign
Master Media Art & Design
Master Produktdesign
Master Public Art/Public Design
Medieninformatik–Kooperationsstudiengang mit der UdS
Produktdesign
Quereinstiegsmaster Lehramt Bildende Kunst
Veranstaltungsort
Atelier Prof. Cho
Mainzerstrasse 52, im Hinterhof ganz hinten rechts, 2. Etage
66111 Saarbrücken
Maximale Anzahl Teilnehmer*innen
15
Anmeldeverfahren
Anmeldeinformationen sind ab 09.03.2026 09:00 einsehbar.
Veranstaltungsart
Atelierprojekt
Atelierprojekt kurz
Exkursion
Fachpraxis
Fachpraxis kurz
ECTS
2 ECTS
4 ECTS
8 ECTS
16 ECTS
Leistungskontrolle
Anwesenheitspflicht, Referat/Hausarbeit/Klausur, Vorlage und Präsentation von Arbeitsergebnissen
Beschreibung
Wir begreifen den Film als konsequente Weiterentwicklung der bildenden Kunst: Eine Synthese, die Malerei, Fotografie, Literatur, Theater und Architektur in ein zeitbasiertes Medium überführt. Doch Film war von Beginn an auch ein Kind der Industrie.
In diesem Semester schlagen wir eine Brücke vom 19. Jahrhundert – der Ära der industriellen Revolution und der Geburt des Kinos – in unsere Gegenwart. Damals wie heute erleben wir eine radikale gesellschaftliche Umwälzung durch Technologie. Wo im 19. Jahrhundert die Fotografie und das bewegte Bild den Glauben an die „objektive Realität“ erschütterten, übernimmt heute die Künstliche Intelligenz diese Rolle. Das Seminar untersucht die Filmsprache als ein System von Codes, das wir gerade jetzt neu erlernen müssen, um in einer Welt generativer Bilder sprachfähig zu bleiben.
Lernziele
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Genealogie des Bildes: Verstehen des Films als Fortsetzung der klassischen Malerei (Komposition, Lichtführung) und Fotografie.
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Dekonstruktion der Codes: Analyse der visuellen Kommunikation und deren ästhetischer Ausdrucksformen.
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Historische Analogie: Deutung filmischer Bilder im Kontext der industriellen (19. Jh.) und der digitalen (KI) Revolution.
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Praktische Meisterschaft: Anwendung filmischer Techniken, um visuelle Erzählweisen aktiv zu gestalten statt sie nur passiv zu konsumieren.
Methodik & Ergebnisse
Theorie und Praxis sind im „Atelier-Modus“ verzahnt. Die Studierenden produzieren drei Übungsfilme, um die Grammatik des Sehens physisch zu begreifen:
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Match Cut: Die Kunst der assoziativen Verbindung.
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Informationsverteilung: Was sieht das Publikum, was bleibt im Verborgenen?
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Plansequenz: Die Choreografie von Raum und Zeit ohne schützenden Schnitt.
- Analysiere ein KI-generiertes Bild auf seine kunsthistorischen oder fotografischen Codes: Welches Licht, welche Perspektive oder welche Komposition nutzt der Algorithmus, um uns ‚Realität‘ vorzugaukeln?“
Referenzen & Inspiration
Bildende Kunst (Die Vorläufer der Filmsprache):
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Die Konstruktion des Raums: Botticelli, da Vinci, Raffael.
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Die Dramaturgie des Lichts (Chiaroscuro): Caravaggio, Rembrandt.
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Die Auflösung der Kontur und Atmosphäre: Turner und die Impressionisten.
Filmbeispiele:
Von den frühen Pionieren des 19. Jahrhunderts (Lumière, Méliès) über den sowjetischen Montagefilm bis hin zur radikalen Subjektivität der Nouvelle Vague.
Lektüre:
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James Monaco: Film verstehen
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François Truffaut: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?
Exkursion:
28.-29.04.2026 nach Frankfurt zum Filmmuseum und zum Lichter Filmfest Frankfurt International
17.06.2026 nach Paris mit Dr. Andreas Bayer zum Musée d’Orsay, die Kunst des 19. Jahrhunderts