Selbstbau als politische Technologie
von Emanzipation bis Expansion
SS 2026
Termine
Startdatum: 07.04.2026
Enddatum: 14.07.2026
Montag: 14:00 - 18:00
Dienstag: 10:00 - 17:00
Details werden bei der ersten Veranstaltung bekannt gegeben.
Lehrende*r
Lehrveranstaltung
geeignet für
Studiengänge
Master Produktdesign
Master Public Art/Public Design
Produktdesign
Lehrveranstaltung
auch geöffnet für
Studiengänge
Freie Kunst
Kommunikationsdesign
Kunsterziehung
Master Experimental Media
Master Freie Kunst
Master Kommunikationsdesign
Master Media Art & Design
Master Museumspädagogik
Media Art & Design
Medieninformatik–Kooperationsstudiengang mit der UdS
Quereinstiegsmaster Lehramt Bildende Kunst
Veranstaltungsort
Atelier Prof. Fraas
Maximale Anzahl Teilnehmer*innen
12
Anmeldeverfahren
Anmeldeinformationen sind ab 09.03.2026 09:00 einsehbar.
Veranstaltungsart
Atelierprojekt
ECTS
8 ECTS
16 ECTS
Leistungskontrolle
Anwesenheitspflicht, Vorlage und Präsentation von Projektergebnissen
Beschreibung
DE
Selbstbau (die Marke Eigenbau, DIY, Hilfe zur Selbsthilfe, die Tätigkeit von Baulustigen, Hobby-Bastler*innen, Bricoleur·euse·s, Selbstversorger*innen, Aussteiger*innen, Auto-Dikat*innen, Dilettant*innen und Laien…) ist nie nur eine praktische Tätigkeit, sondern eine Form der Organisation von Verantwortung, Arbeit und der Reproduktion kultureller Bilder und Formen. Es wurde und wird selbst gebaut, um Knappheit zu bewältigen und Kosten vom Staat auf Bürger*innen zu verlagern, aber kann auch Ausdruck der Unabhängigkeit vom Staat sein. Selbstbau dient parallel dazu als Organisationsprinzip innerhalb kolonialer Expansionsprojekte und spielt in Form von Bauanleitungen, Bausätzen und Musterhäusern, wie -Möbeln eine Rolle bei der Schaffung nationaler und wirtschaftlicher Einflussbereiche. Gleichzeitig kann Selbstbau soziale und sozialistische Kollektive mobilisieren, Gemeinschaften als Instrument zur Selbstorganisation, zur Verwaltung von Gemeingütern und zur Schaffung politischer Selbstbestimmung dienen – und bleibt nicht zuletzt Gegenstand feministischer Kritik an der Verteilung und Unsichtbarkeit von Arbeit und Produktion. Gleichzeitig kann Selbstbau soziale und sozialistische Kollektive mobilisieren, Gemeinschaften als Instrument zur Selbstorganisation, zur Verwaltung von Gemeingütern und zur Schaffung politischer Selbstbestimmung dienen – und bleibt nicht zuletzt Gegenstand feministischer Kritik an der Verteilung und Unsichtbarkeit von Arbeit und Produktion.
Das Semesterprojekt behandelt Selbstbau daher als ein politisches Feld, in dem Gestaltung nicht nur entworfen, sondern auch in der Praxis und in unserer materiellen Kultur verhandelt wird. Die gemeinsame Auseinandersetzung mündet in einer eigenen 1:1-Selbstbauarbeit mit zeitgenössischem Bezug, die wir gemeinsam ausstellen.
ENG
Self-building (DIY, help for self-help, the activities of hobbyists, bricoleurs, self-sufficient individuals, dropouts, autodidacts, dilettantes and amateurs...) is never just a practical activity, but a form of organising responsibility, work and the reproduction of cultural images and forms. Self-building has been and continues to be used to manage scarcity, shift costs from the state to citizens, but it also can be a manifestation of independence from the state. In parallel it serves as an organizing principle within settler colonial expansion projects and plays a role in creating national and economic spheres of influence with the means of building instructions, kits and model houses and furnitures. At the same time, self building can mobilise social and socialist collectives, serve communities as a tool for self-organisation, management of commons and the creation of political empowerment – and remains, not least, the subject of feminist critique about the distribution and invisibility of labour and production..
The semester project therefore treats self-build as a political field in which design is not only conceived, but also negotiated in practice and in our material culture. The joint exploration culminates in your own 1:1 self-build work with contemporary relevance, which we will exhibit together.
16 ECTS, für Lehramtstudierende 8 ECTS