Spekulative Nomad*innen – von Hütte zu Hütte zu Hütte



SS 2022

Termine

Startdatum: 01.04.2022
Enddatum: 30.09.2022
Zeiten und Orte nach Absprache


Maximale Anzahl Teilnehmer*innen

keine Teilnahmebeschränkung


Anmeldeverfahren



Veranstaltungsart

Atelierprojekt
Atelierprojekt kurz
Exkursion
Fachpraxis
Fachpraxis kurz
Fachpraxis Werkstatt
Fachpraxis Zeichnen
Fachpraxis Professionalisierung – 2 ECTS
Fachpraxis Professionalisierung – 4 ECTS

ECTS



Leistungskontrolle

Vorlage und Präsentation von Arbeitsergebnissen, Vorlage und Präsentation von Projektergebnissen


Beschreibung

 

Spekulative Nomad*innen – von Hütte zu Hütte zu Hütte

 

Künstlerische Praxis im offenen und geschlossenen Zustandsraum der Gesellschaft, 1:1 vor Ort im offenen Raum des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, der Landschaft (Pangotop), in Völklingen und Burbach und an anderen Orten. Publikation SFG:

Survive future guide

Kurswechsel, Neuausrichtung und dynamische Umleitungen. Im Frühjahr 2022 kommt Bewegung in den heutigen Weltkulturerbe-Standort „Völklinger Hütte“.

In Zeiten größter Verunsicherung ziehen die Spekulativen Nomad*innen nach 6 Monaten Erzhalle wieder ins Offene.

Fragen die uns im Sinne von „Stay with the trouble“ (Haraway) begleiten:

Welche Auswirkungen haben vom Menschen verursachte Veränderungen auf das ökologische und soziale Gesamtgefüge des Planeten und den dort lebenden Bewohnenden? Wie lassen sich beschädigte und fehlende Allianzen und Partnerschaften zwischen menschlichen und mehr als menschlichen (Lebe-)Wesen wiederherstellen und fördern in Umgebungen, die genau dies verhindern? Wie können wir handlungsfähig bleiben in Zeiten der kollektiven Verunsicherung/Kontaktlosigkeit, im Spannungsfeld kognitiver und emotionaler Dissonanz? Wie kann das Überleben jener Vielzahl an Leuten und Organsimen sichergestellt werden in Landschaften, die nachhaltig beschädigt oder sogar zerstört sind?

Die Unsicherheit in Hinblick auf die Zukunft unserer Umgebung, unserer Gesellschaft und unseres Planeten ist in einer Drastik spürbar wie kaum zuvor. In diesem Sinne begreifen wir die Notwendigkeit, jetzt an dem zu arbeiten, zu laborieren und zu forschen, was unser Leben in Kürze verändert und auch schon verändert hat. Es ist das ‚Jetzt‘ mit seinen akuten Situationen und Konstellationen, das unseren vollen Einsatz verlangt, um mit unaufschiebbaren Aufgaben umzugehen, die uns die Zukunft heute schon abverlangt.

Aus einer unklaren, verschwommenen und häufig widersprüchlichen Perspektive heraus wollen wir einen spekulativen, klaren Blick für das Naheliegende, Mögliche und Nötige entwickeln. Dementsprechend ist das maßgebliche Anliegen der Spekulativen Nomaden Methoden, Praktiken und Werkstoffe zu erarbeiten, die mittels eines responablen, flexiblen und beherzten Modus neue Wege zulassen.

Nomadische Dynamiken widmen sich vor diesem Hintergrund mit lebhafter Neugierde und soziokulturellem Forschergeist der experimentellen, spekulativen und fürsorglichen Erkundung örtlicher Beschaffenheiten, den dort ansässigen Akteuren und ihren Hinterlassenschaften. Mittels künstlerisch-wissenschaftlicher Methoden im Sinne der artistic research wird das Gelände der ehemaligen Eisenhütte, als Gebiet des Übergangs verstanden, auf welchem innerhalb kontinuierlich stattfindender Werdensprozesse Verhältnisse neu ausgehandelt, Kontakte geknüpft und gestalterische Komponenten entwickelt werden können, die variabel zwischen Vorhergegangenem und Kommenden vermitteln können.

Die „Queer Landscapes“ der ehemaligen Industriekultur spielen dabei ebenso eine Rolle wie performative und tänzerische Annäherungen an das Thema des Lebens und Wohnens allgemein. Wesentlich ist der kreative Austausch mit den Menschen und dem Raum vor Ort: den Völklinger*innen, ihrer Geschichte und ihrer Stadt.

 

Erstes Treffen Dienstag 14.04. 14.00 Uhr Handwerkergasse Völklingen