TYPE UNDER PRESSURE


Gestaltung im Ausnahmezustand
SS 2026

Veranstaltungsart

Fachpraxis

ECTS

2 ECTS
4 ECTS


Leistungskontrolle

Vorlage und Präsentation von Arbeitsergebnissen


Beschreibung

This course is also offered in English. International students are very welcome.

 

Kursbeschreibung

Der Kurs beschäftigt sich mit Typografie als gestalterischer Reaktion auf gesellschaftliche Gegenwart. Im Fokus stehen animierte Schrift, Projektion im Raum, Printmedien und textbasierte Installationen – und die Frage, wie visuelle Kommunikation auf komplexe Themen antworten kann, ohne sie zu vereinfachen. Anhand von Beispielen aus Kunst, Design und Medien entwickelst du ein eigenes Projekt mit einer klar erkennbaren gestalterischen Position.

 

Warum überhaupt?

Krisen sind kein Hintergrundgeräusch mehr. Sie sind der Ton, in dem wir denken, kommunizieren, gestalten. Politische Polarisierung, Klimakatastrophen, Kriege, mediale Dauererregung – Gestaltung entsteht heute unter Druck. Die Frage ist nicht ob, sondern wie sie darauf antwortet.

Dieser Kurs versteht Typografie als Haltung. Nicht als Illustration von Inhalten, nicht als moralisches Statement – sondern als eigenständige gestalterische Reaktion auf gesellschaftliche und persönliche Ausnahmezustände. Wie verhält sich Schrift, wenn Worte zu Warnsignal werden? Wenn Sprache überwältigt, verschleiert, Widerstand organisiert? Ausgangspunkt ist das Jetzt: globale Entwicklungen ebenso wie deine eigenen Erfahrungen von Druck, Angst, Ohnmacht oder Aufbegehren. Du entwickelst eine eigenständige Position – durch Recherche, Analyse sprachlicher und medialer Strategien und deren Übersetzung in visuelle Konzepte.

 

Praxis

Gearbeitet wird interdisziplinär: animierte Typografie, Projektion im Raum, textbasierte Installationen, experimentelle Druck- und Publikationsformate. Im Zentrum steht die Frage, was du mit deiner Gestaltung eigentlich sagen willst und wie Sprache als Material dabei helfen kann, das zu finden.

 

Ziele

Du schärfst deinen Blick für Typografie als gestalterisches und ästhetisches Instrument – und dafür, was Schrift leisten kann, wenn sie auf komplexe Themen trifft. Du lernst, gesellschaftliche Fragestellungen nicht abzubilden, sondern gestalterisch zu befragen: durch Bewegtbild, Projektion, Installation oder experimentelle Publikationsformate. An der Schnittstelle von Kommunikationsdesign und Medienkunst entwickelst du eine eigenständige visuelle Sprache – mithilfe von After Effects, Illustrator, Mapping-Software oder analogen Methoden. Dabei geht es nicht um fertige Antworten, sondern darum, mit Schrift eine Position einzunehmen: im Raum, in der Zeit, im gesellschaftlichen Kontext.

 

Ausblick

Zum Abschluss des Semesters präsentieren wir die Ergebnisse im Rahmen des Sommerrundgangs. Welche Form dafür am besten passt – Ausstellung, Projektion, Publikation oder etwas ganz anderes, entscheiden wir gemeinsam im Laufe des Semesters.


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