Reinigen im Alltag
SS 2025
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Richtung
Designforschung / Design Research
Projekt Art
Reinigen im Alltag
Die Hand ist immer ein ganz besonderer Teil des Körpers. Jeden Tag benutzen wir sie, um die Welt zu berühren und gleichzeitig, um von ihr wegzugehen. Sie ist die erste Oberfläche, die wir mit der Außenwelt berühren, aber auch der Ort, der bei der Reinigung am meisten vernachlässigt wird. Von rituellen Waschungen über öffentliche Gesundheit bis hin zum Schutz vor Pandemien: Händewaschen war immer mit Ritual, Moral und Angst verbunden. Aber selbst mit dieser kollektiven Erinnerung waschen viele Menschen immer noch zu schnell oder gar nicht.
Mein Projekt versucht, die Aufmerksamkeit der Menschen wieder auf das Händewaschen zu lenken – nicht durch Warnungen, sondern durch eine strukturelle Veränderung. Dafür habe ich ein halbes Jahr lang Händewaschen und die Geschichten dahinter untersucht und danach noch ein weiteres halbes Jahr Seife als Medium verwendet, um vielfältigere Arten des Händewaschens zu erforschen.
Das Ergebnis ist, dass ich scheinbar harmlose, aber tatsächlich mit Bakterien, Hautpartikeln und Erinnerungen belastete Alltagsgegenstände – wie Stühle oder Toiletten – in Seife eingebettet habe. Diese Dinge bleiben beim Waschen sichtbar, sie sollen gesehen und erinnert werden – und zugleich im Wasser abgewaschen werden.
So wird Händewaschen nicht nur zu einer hygienischen Handlung, sondern zu einem Bewusstsein für unsichtbare Keime und zu einer symbolischen Handlung des „Wegwaschens“.
Text: Diqiu Zhao
Redaktion: Ella Gräber