Tradition im Wandel


Gestalterische Perspektive auf den Wandel der Bestattungskultur im sozioökonomischen und ökologischen Kontext
SS 2025

Studierende

Mara Kipper


Projektbetreuung

Prof. Maike Fraas


Studiengänge

Produktdesign


Richtung

Umwelt und Nachhaltigkeit


Projekt Art

Diplom

Mara Kipper: Urne geschmückt, 2025

Die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen und individuellen Bestattungsformen eröffnet Potenziale für Innovation. Gestalterische Ansätze, die neue Rituale und Artefakte entwickeln, können dazu beitragen, Würde auf ressourcenschonende Weise zu bewahren. Indem die Wünsche der Verstorbenen und der Hinterbliebenen ernst genommen werden, kann die Bestattungskultur ihrer Aufgabe gerecht werden, den Tod sowohl ökologisch verantwortungsvoll als auch würdevoll zu gestalten. Nur durch eine Balance zwischen den Anforderungen von Nachhaltigkeit und Würde wird es möglich sein, eine zukunftsfähige Bestattungskultur zu schaffen, die sowohl Traditionen respektiert als auch den Anforderungen der modernen Gesellschaft gerecht wird.
In der modernen Erinnerungskultur spielen Trauerartefakte eine zentrale Rolle. Sie sind mehr als Gegenstände – sie sind Träger von Emotionen, Erinnerungen und Beziehungen. Sie schaffen eine symbolische Verbindung zwischen der verstorbenen Person und den Hinterbliebenen und ermöglichen es, Trauer individuell zu gestalten.


Konzept Form:
Die Urne für die Waldbestattung greift diesen Gedanken auf. Am Rand befinden sich zwölf Zylinder, diese können bei der Bestattungszeremonie mit einer Schnur abgetrennt und den Trauergästen mitgegeben werden. Diese Zylinder können so als mobile Trauerartefakte dienen, welche im Alltag einen persönlichen Erinnerungsort schaffen. Sie können als Obelisk, Kerzenhalter, Vase oder Pflanzgefäß genutzt werden – als sichtbare Zeichen der Erinnerung und der Verbindung zum Verstorbenen. Diese Formen der Verwendung zeigen, dass der Zylinder mehr ist als ein Andenken – er ist ein Medium, das zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermittelt. Durch seine Mobilität ermöglicht er es, die Erinnerung in den Alltag zu integrieren. Damit wird die Grenze zwischen Leben und Tod nicht aufgehoben, aber durchlässiger gestaltet.


Konzept Material:
Kalk und Sägemehl arbeiten in der Waldökosystem zusammen, um das Wachstum von Mykorrhizapilzen zu fördern. Kalk neutralisiert den Boden und stellt sicher, dass Mykorrhizapilze in einem optimalen pH-Bereich arbeiten können. Gleichzeitig verbessert es die Nährstoffverfügbarkeit und unterstützt das Wachstum von Mykorrhiza. Sägemehl hingegen trägt zur Verbesserung der Bodenstruktur bei und liefert über den Zersetzungsprozess kontinuierlich Nährstoffe. Dies fördert das Wachstum und die Aktivität von Mykorrhiza, was für die Bäume eine essentielle Quelle von Nährstoffen und Wasser darstellt. Mykorrhiza spielt eine Schlüsselrolle dabei, den Wald auf lange Sicht zu stabilisieren, indem sie die Nährstoffversorgung der Bäume optimiert und die
Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber stressigen Umweltbedingungen macht.

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