Vom „Unort" zum Resonanzraum
Künstlerische Interventionen, parasitäre Strategien und das Recht auf Stadt in der Kurfürsten-Anlage Heidelberg
SS 2025
Studierende
Projektbetreuung
Studiengänge
Projekt Art
Die Masterarbeit geht von einer zentralen Beobachtung aus: Der „Andere“ ist aus der Öffentlichkeit verschwunden – verdrängt durch Sicherheitslogiken, Normierungsdruck und eine zunehmend funktionale Nutzung städtischer Räume. An dieser Leerstelle setzt die Arbeit an und fragt, wie Öffentlichkeit neu entsteht, wenn Differenz nicht verdrängt, sondern gestaltet wird.
Ausgangspunkt ist das Projekt BELLA PARK – ein von Marginalisierung geprägter Stadtraum, der durch künstlerische Mittel, insbesondere parasitäre Strategien, und kontinuierliche Beziehungsarbeit transformiert wird. Künstlerische und soziale Interventionen nisten sich in bestehende Strukturen ein, nutzen deren Ressourcen, stören gewohnte Abläufe – und eröffnen dadurch neue Möglichkeitsräume. Die Arbeit zeigt, wie dadurch Resonanzen im Sinne Hartmut Rosas entstehen: Momente der Begegnung, der Wahrnehmung und des Berührtwerdens, die den Ort neu aufladen.
Beziehungsarbeit wird dabei selbst zum gestalterischen Werkzeug: Durch gemeinsames Kochen, Spielen, Bauen und Erzählen entsteht eine soziale Infrastruktur, in der Unterschiedlichkeit nicht als Störung, sondern als Ressource begriffen wird. Die Transformation wird nicht als Idealbild inszeniert, sondern als fragiles, widersprüchliches Geschehen, das Raum für Aushandlung lässt. Die Arbeit verwebt ethnografische Beobachtung, kuratorische Praxis und performative Intervention zu einer vielschichtigen Reflexion über soziale Teilhabe, Stadtentwicklung und Beziehungsarbeit. Sie leistet einen eigenständigen Beitrag zu aktuellen Diskursen über Public Art und kollektive Raumproduktion. Aus der Entwicklung des Projekts BELLA PARK leitet die Arbeit konkrete Anregungen für Projekte in vergleichbaren Kontexten ab.
Text: Shooresh Fezoni
Redaktion: Ella Gräber