Fokus Malerei


Vortragsreihe
WS 2026/27

Termine

Startdatum: 30.11.2026
Enddatum: 18.01.2027
Montag: 18:30 - 20:00
Vortragstermine: 30.11.26, 07.11.26, 14.12.26, 11.01.27, 18.01.2027


Lehrveranstaltung
geeignet für

Studiengänge

Freie Kunst
Kunsterziehung
Master Freie Kunst


Veranstaltungsort

Aula der HBKsaar


Maximale Anzahl Teilnehmer*innen

keine Teilnahmebeschränkung


Anmeldeverfahren



Veranstaltungsart

Vortrag

ECTS



Leistungskontrolle

keine, Anwesenheitspflicht


Beschreibung

Im Rahmen der Ausstellung: Fokus Malerei - Gabriele Langendorf und Positionen aus 20 Jahren Lehre (2006 - 2026), die am 27.11.2026 gemeinsam in der städtischen Galerie Neunkirchen und dem Museum St. Wendel eröffnet wird, findet eine begleitende und öffentliche Vortragsreihe zu aktuellen Fragestellungen der Malerei in der Aula der HBKsaar statt.

Die Vortragsreihe ist verpflichtend für Studierende im Atelierprojekt Langendorf.

30.11.2026                   Henry Keazor (Malerei und Pop)

wird ergänzt

 

07.12.2026                     Nadine Schwuchow

Zu Stellenwert und Inhalt der figurativen Malerei im Kontext der Saarbrücker Kunstschulen (1924-2024)

Welche Entwicklungslinien lassen sich in der figurativen Malerei des Saarlandes zwischen Industrialisierung und Gegenwart erkennen? Und welche Rolle spielten die Saarbrücker Kunstschulen bei ihrer Herausbildung?

 

Nadine Schwuchow, geboren 1986 in Leipzig, studierte Europäische Kunstgeschichte und Germanistik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und schloss ihr Studium 2021 ab. Nach einem Volontariat in der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz ist sie derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule der Bildenden Künste Saar im Forschungsprojekt von Prof. Gabriele Langendorf. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der französischen Kunst seit dem Ancien Régime, sowie auf den deutsch-französischen Kultur- und Kunstbeziehungen

 

 

14.12.2026                     Larissa Kikol

                                          Surreale Malerei in der Gegenwart

In der zeitgenössischen Malerei ist keine andere als die surreale Bildsprache, so omnipräsent. Dabei ist sie so vielfältig, dass sie sich keinesfalls als einheitliche Tendenz oder als zusammengehöriges Phänomen ausmachen lässt. Und doch durchtränkt sie die figürliche Bildsprache der Malerei auf der ganzen Welt. Sie bindet politische Ereignisse ein, Empowerment, Natur, Träume und Kindheit, Spiritualität, Comics, Pop- und Subkultur. Sie erzählt von Feminismus, von Utopien und Dystopien, sie reizt Ältere und Jüngere, sowie hyperrealistische Maler, aber auch verspielte Träumer. Und wenn man noch von einer 'westdeutschen' und einer 'ostdeutschen' bzw. 'Leipziger' Malerei sprechen darf, dann ist das Surrealistische das größte Bindeglied zwischen ihnen.

 

Larissa Kikol (1986*) arbeitet als freie Kunstkritikerin, Autorin und Kuratorin. Sie gibt regelmäßig Themenbände für Kunstforum International heraus, ist Kolumnisten bei Monopol Online und Robb Report, und veröffentlichte in zahlreichen Magazinen und Zeitungen wie Die Zeit, art das Kunstmagazin, Courrier International oder die Kunstzeitung. 2025 erschien ihr Buch „Neue abstrakte Malerei“, 2023 das Buch „Signed“ (beide DCV Verlag). Sie unterrichtet an internationalen Hochschulen und Universitäten. 2016 gewann sie den internationalen Wettbewerb Talents des C/O Amerikahauses Berlin im Bereich Kunstkritik. Kikol studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und promovierte in Kunstwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

 

11.01.2027                     Julia Voss

                                          Warum die Kunstgeschichte der Frauen immer besser wird

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde eine Kehrtwende vollzogen. Das Werk von Künstlerinnen, die in Vergessenheit geraten waren, wurde in großen Museumsausstellungen gezeigt und an wissenschaftlichen Einrichtungen erforscht. Das Wissen über Künstlerinnen hat sich damit vervielfacht. Zugleich wurden neue Werke in Archiven und Depots aufgespürt, quer durch die Geschichte, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, von Florenz bis Stockholm. Zu den großen Wiederentdeckungen der Moderne zählt die schwedische Malerin und Pionierin der Abstraktion Hilma af Klint (1862-1944). Ihre Gemälde wurden in Ausstellungen von New York über Berlin und Düsseldorf bis nach Paris gefeiert und führten zu Publikumsrekorden. Was sind die Gründe für das öffentliche wie wissenschaftliche Interesse für die Kunst von Frauen? Wie verändert sich die Kunstgeschichte durch solche Wiederentdeckungen? In ihrem Vortrag spricht Julia Voss über die Hintergründe und Inhalte dieser kunsthistorischen Neuausrichtung.

 

Prof. Dr. Julia Voss lehrt Kunstgeschichte an der Leuphana Universität und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Präsidium des Deutschen Historischen Museums. Von 2007 bis 2017 leitete sie das Kunstressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2020 publizierte sie die Biographie „Hilma af Klint. Die Menschheit in Erstaunen versetzen“, die für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert war und zum internationalen Beststeller aufstieg. Zusammen mit Daniel Birnbaum kuratierte sie 2024 die Ausstellung „Hilma af Klint und Wassily Kandinsky. Träume von der Zukunft“ in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Derzeit arbeitet sie mit Christopher Clark an der Ausstellung „Porträts der deutschen Geschichte“, die im April 2028 im DHM eröffnen wird.

 

 

18.01.2027                     Wolfgang Ullrich

Der Algorithmus als Kurator? Wie sich Malerei durch die Sozialen Medien verändert 

Der Vortrag widmet sich diesem von den Sozialen Medien ausgehenden neuen Boom der Malerei – und fragt, warum gerade sie oft besonders ‚instagramable’ ist. Was für Eigenschaften von Malerei passen besonders gut zur algorithmischen Logik einer Plattform? Und passen diese Eigenschaften auch zu den Erwartungen, die innerhalb der Kunstwelt von Malerei erwartet werden? Muss man sich gar entscheiden, wo man Erfolg mit Bildern haben will? Oder werden die Maßstäbe der Kunstwelt zunehmend von den Sozialen Medien und letztlich von deren Algorithmen bestimmt?

 

Wolfgang Ullrich, geb. 1967 in München, lebt seit 2015 als Kunstwissenschaftler und freier Autor in Leipzig, lehrte davor als Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen und bildpolitischen Themen sowie zu Konsumtheorie. Seit 2019 ist er Mitherausgeber der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Verlag Klaus Wagenbach. Mehr unter www.ideenfreiheit.de.

 

 


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