Nach dem digital turn: der KI Twist
Digitale Medien - Fachpraxis und kunstdidaktische Reflexion
WS 2026/27
Termine
Startdatum: 22.10.2026
Enddatum: 04.02.2027
Donnerstag: 14:15 - 17:45
Lehrveranstaltung
geeignet für
Studiengänge
Lehrveranstaltung
auch geöffnet für
Studiengänge
Freie Kunst
Kommunikationsdesign
Master Kuratieren und Ausstellungswesen
Master Media Art & Design
Master Museumspädagogik
Media Art & Design
Maximale Anzahl Teilnehmer*innen
keine Teilnahmebeschränkung
Anmeldeverfahren
Anmeldeinformationen sind ab 21.09.2026 09:00 einsehbar.
Veranstaltungsart
Theorie (Fachdidaktik) - 4 ECTS
ECTS
4 ECTS
Leistungskontrolle
Anwesenheitspflicht, mündliche Prüfung, Referat/Hausarbeit/Klausur, schriftliche Prüfung
Beschreibung
Im Seminar werden kunstpädagogische Potenziale und Herausforderungen von künstlicher und künstlerischer Intelligenz praktisch erkundet und theoriegeleitet reflektiert.
Hatte der digital turn die Bedeutung von Bildern als Kommunikationsmittel gegenüber Schriftmedien hervorgehoben und damit visuelle Kompetenzen eingefordert, verschieben die KI-Technologien diese Dominanz erneut: Durch Large Language Models (LLM) und Large Vision Models (LVM) ist die im Zuge des digital turns in den 1990er und 2000er Jahren festgestellte neue Dominanz der Bilder einer neuen komplexen Situation gewichen:
Der digital turn hatte zu einer beispiellosen Dominanz und Verfügbarkeit des Bildes in unserer Alltagskultur geführt. In der Folge wurde die Fähigkeit, visuelle Medien kritisch zu entschlüsseln, zu manipulieren und gestalterisch zu reflektieren, als zentrale visuelle Kompetenz betont, worauf die Kunstpädagogik und -didaktik seitdem mit der Bildkompetenzorientierung reagiert hat.
LVMs eröffnen der Verfügbarkeit und Produktion digitaler Bilder nun neue Dimensionen, die neue Fragen nach Ästhetik und Ethik des Bildes aufwerfen, während gleichzeitig durch LLMs geschriebene Worte reaktiviert werden und damit eine Neubewertung der vermeintlichen Dominanz des Bildes erfordern.
Alte Fragen nach Autorschaft und visueller Glaubwürdigkeit, Reflexions- und Urteilsfähigkeit werden angesichts sich schnell entwickelnder KI-Technologien gegenwärtig erneut aufgeworfen. Das Seminar diskutiert Kunstpädagogik als kritische Bildpraxis, die die künstlerische und wissenschaftliche Praxis des Studiums als fruchtbare Diskussionsgrundlage für die durch KI-Technologie aufgeworfenen Fragen in Kunst und Gesellschaft begreift. Möglicherweise eröffnet das Nachdenken über KI und ihre Folgen für die Kunst und Gesellschaft auch neue Perspektiven über das, was für uns wesentlich an Kunst ist.
Um künstlerische Prozesse im Zusammenhang mit KI auf einer Praxisgrundlage reflektieren zu können, werden auch praktische künstlerische und kunstpädagogische Aufgaben mit KI-Tools erprobt.