Was macht ein Ding zum Ding
Untersuchen, Ordnen und Entwerfen
WS 2026/27
Termine
Startdatum: 14.10.2026
Enddatum: 03.02.2027
Mittwoch: 10:00 - 13:00
Lehrende*r
Lehrveranstaltung
auch geöffnet für
Studiengänge
Freie Kunst
Kommunikationsdesign
Master Freie Kunst
Master Kommunikationsdesign
Master Kuratieren und Ausstellungswesen
Master Museumspädagogik
Master Public Art/Public Design
Veranstaltungsort
Atelier Prof. Braun
Maximale Anzahl Teilnehmer*innen
15
Veranstaltungsart
Fachpraxis
ECTS
4 ECTS
Leistungskontrolle
Anwesenheitspflicht, Vorlage und Präsentation von Arbeitsergebnissen
Beschreibung
Was macht einen Stuhl zum Stuhl, eine Kanne zur Kanne oder eine Leuchte zur Leuchte? Obwohl sich Produkte einer Gattung in Form, Material, Konstruktion und Gebrauch deutlich voneinander unterscheiden können, erkennen wir meist unmittelbar, womit wir es zu tun haben. Über lange Zeiträume haben sich charakteristische Prinzipien und Strukturen herausgebildet, die unsere Vorstellung von bestimmten Dingen prägen. Mit diesen beschäftigen wir uns im kommenden Semester, um ein Gespür dafür zu entwickeln, was einen Produkttyp ausmacht und welches gestalterische Potenzial in seiner Veränderung liegt.
Ausgangspunkt ist das genaue Beobachten, Sammeln, Vergleichen und Ordnen. Was haben unterschiedliche Vertreter gemeinsam, worin unterscheiden sie sich? Was ist wesentlich für ihre Wiedererkennbarkeit und was ist veränderbar? Welche Rolle spielen Proportion, Material, Konstruktion, Funktion und Gebrauch? Wann entsteht aus einer Variation etwas Neues? Und wie weit lässt sich ein vertrauter Typ verändern, bevor er seine Identität verliert?
Typologie verstehen wir dabei nicht nur als Form der Klassifizierung, sondern als gestalterische Methode. Durch Analyse und Gegenüberstellung werden Zusammenhänge und wiederkehrende Prinzipien sichtbar und bilden die Grundlage für systematische Variationen. Dabei interessiert uns auch, wie unsere Erwartungen an alltägliche Dinge entstehen und wie Gestaltung mit ihnen arbeiten, sie verschieben oder bewusst infrage stellen kann.
Neben praktischen Fingerübungen und kleineren theoretischen Recherchen entwickeln die Teilnehmer*innen eigene typologische Untersuchungen. Mit unterschiedlichen gestalterischen und analytischen Mitteln werden charakteristische Eigenschaften und Spielräume herausgearbeitet, experimentell erprobt und in einen eigenen Entwurf überführt. Das Vertraute wird dabei zum Ausgangspunkt für Neues.