Gastprof. Martin Hennecke
Gastprofessur Sound Art im Wintersemester 2026/27
Macht der Einsatz von KI einen Künstler automatisch zum KI-Künstler?
Im Rahmen einer Gastprofessur an der HBKsaar vertritt Martin Hennecke Sound Art mit einem Schwerpunkt auf Interaktivität und Künstlicher Intelligenz. KI versteht er dabei als künstlerische und gesellschaftliche Haltungsfrage: Welche Stärken bringen Mensch und Maschine jeweils ein, und welche neuen künstlerischen Formen können aus diesem Zusammenspiel entstehen?
Martin Hennecke (*1987) verbindet musikalische Praxis, Sound Art und Komposition mit Interaktivität und digitalen Technologien. Als klassisch ausgebildeter Schlagzeuger ist seine Arbeit tief in der akustischen Musikpraxis verwurzelt. Klangvorstellung, Körperlichkeit, Interpretation, Zuhören und Reagieren bilden die Grundlage auch seiner klangkünstlerischen und digitalen Arbeiten, in denen Künstliche Intelligenz als eines von mehreren künstlerischen Werkzeugen zum Einsatz kommt.
Seit 2009 ist Hennecke Mitglied des Saarländischen Staatsorchesters und arbeitet daneben als Solist, Performer und Komponist an Projekten zwischen zeitgenössischer Musik, Performance und Medienkunst. Ein Schwerpunkt seiner künstlerischen Forschung liegt auf der Entwicklung interaktiver und generativer Klangsysteme. In Projekten wie The (Un)Answered Question oder The Privacy of Things bspw. werden Publikumsdaten in Echtzeit Teil musikalischer Prozesse und dynamischer Partituren für die Musiker*innen. Im europäischen Forschungsprojekt EXCENTRIC entwickelt er ein KI-gestütztes Audience Interaction Toolkit.
Er war Fellow der Helmholtz Information & Data Science Academy und der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund und forschte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Kooperationen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Universität des Saarlandes (UdS) verbinden seine künstlerische Praxis mit aktueller Forschung und Entwicklung. Von 2020 bis 2026 lehrte er an der Hochschule für Musik Saar. Darüber hinaus entwickelt er an der UdS mehrere interdisziplinäre Lehrformate.
Seine künstlerische Arbeit und Lehre erfuhren vielfache Anerkennung: The (Un)Answered Question erhielt 2022 den Preis Innovation der Deutschen Orchester-Stiftung und wurde 2023 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Ton und Medien nominiert. 2024 war er Finalist des Falling Walls Science Breakthrough of the Year in der Kategorie Arts & Science. 2025 wurde er in die Akademie Ausgezeichnete Hochschullehre aufgenommen und 2026 mit dem Landespreis Hochschullehre des Saarlandes ausgezeichnet.
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