Liquid Filter
WS 2025/26
Studierende
Projektbetreuung
Studiengänge
Richtung
Fotografie
Projekt Art
Die fotografische Arbeit „Liquid Filter“ untersucht eine Technik, bei der Porträts durch eine reale, physische Filterschicht verändert werden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass der Blick durch Wasser und Glas in der Fotografie zwar häufig als visueller Effekt auftaucht, aber selten als eigenes System betrachtet wird. Statt einen bekannten Look lediglich zu reproduzieren, beschäftigt sich die Arbeit mit der Frage, wie diese Bildveränderung tatsächlich entsteht und wie weit sie kontrolliert werden kann. Der Filter wird dabei nicht digital erzeugt, sondern entsteht direkt während der Aufnahme durch das Zusammenspiel von Wasser, Glas und Licht. Diese Elemente bilden eine bewegliche Schicht zwischen Kamera und Motiv, die das Porträt verzerrt, fragmentiert oder teilweise verdeckt. Eine zentrale Rolle spielt die Bewegung des Wassers. In einem ruhigen Zustand bleibt Wasser im Bild nahezu unsichtbar. Erst durch Bewegung entstehen Strukturen, Brechungen und Luftblasen, die das Licht beeinflussen und damit Bildinformationen erzeugen. Dadurch wird das Wasser selbst zu einem gestalterischen Material. Das Porträt im Hintergrund verliert seine stabile Form und erscheint teilweise abstrahiert, sodass sich die Wahrnehmung zwischen erkennbarer Person und abstrakter Bildfläche bewegt. Die Arbeit zeigt außerdem, dass das Ergebnis nie vollständig planbar ist. Obwohl bestimmte Bedingungen wie Licht, Glasform oder Kameraparameter gezielt gesetzt werden können, reagiert das Material jedes Mal anders. Kontrolle bedeutet daher nicht, ein bestimmtes Bild zu garantieren, sondern den Rahmen zu schaffen, in dem interessante Momente entstehen können.
Viele Aufnahmen sind notwendig, um einzelne Bilder zu finden, in denen Wasserstruktur, Licht und Motiv in einem besonderen Moment zusammenfallen.
„Liquid Filter“ versteht Fotografie damit weniger als perfekte Reproduktion eines Bildes, sondern als Prozess des Beobachtens, Experimentierens und Auswählens. Die entstandenen Bilder wirken nicht wie nachträgliche Effekte, sondern wie Ereignisse, die nur in einem kurzen Augenblick existiert haben.