Filmklassiker - Verboten, verbannt, verehrt WS 26/27


Filme vom Widerstand und der Kunst des Ungehorsams
WS 2026/27

Termine

Startdatum: 12.10.2026
Enddatum: 01.02.2027
Montag: 20:00 - 23:00
wöchentlich


Lehrende*r

Prof. Sung-Hyung Cho

Verantwortliche*r Professor*in

Prof. Sung-Hyung Cho



Veranstaltungsort

Atelier Prof. Cho
Mainzerstrasse 52, im Hinterhof ganz hinten rechts, 2. Etage
66111 Saarbrücken


Maximale Anzahl Teilnehmer*innen

15


Anmeldeverfahren

Anmeldeinformationen sind ab 21.09.2026 09:00 einsehbar.


Veranstaltungsart

Fachpraxis Fachpraxis kurz

ECTS

2 ECTS
4 ECTS


Leistungskontrolle

Anwesenheitspflicht, Referat/Hausarbeit/Klausur


Beschreibung

Wir leben in einer Welt, die aus den Fugen geraten zu sein scheint. Kriege, wachsende Ungleichheit und soziale Gefälle, das Erstarken ultrarechter Bewegungen und die Sehnsucht nach autoritären Lösungen bestimmen zunehmend unsere Gegenwart. Zivile Proteste werden vielerorts unterdrückt, demokratische Errungenschaften infrage gestellt.

Vieles davon hatten wir schon einmal – insbesondere in Deutschland und Europa.

Menschen sind unzufrieden. Doch was machen wir mit dieser Unzufriedenheit? Schreien und protestieren wir? Schweigen wir? Schauen wir weg, wenn vor unseren Augen Unrecht und Gewalt geschehen? Oder wählen wir aus Protest diejenigen, die Freiheit und Demokratie selbst infrage stellen?

Vielleicht müssen wir das Widerstehen wieder üben.

Die Filmklassiker des Wintersemesters widmen sich deshalb dem Thema Widerstand – politischem und zivilem Widerstand, aber ebenso dem künstlerischen Ungehorsam. Denn Widerstand muss nicht immer laut sein. Er kann sich in einer Handlung, einer Haltung oder einem Nein äußern. Und manchmal liegt er bereits in der Form eines Kunstwerks: darin, anders zu erzählen, andere Bilder zu schaffen, Regeln zu brechen, zu provozieren oder mit Humor das scheinbar Unantastbare lächerlich zu machen.

Mit der Hoffnung, dass auch wir ein wenig im Widerstehen üben können, tauchen wir in 13 Filme ein, die Widerstand thematisieren oder selbst zu einer Form des Widerstands geworden sind – leise oder laut, kraftvoll, absurd, poetisch oder radikal.

Sechs davon sehen wir gemeinsam im Kino achteinhalb:

  • 02.11.2026 – Andrzej Wajda: Asche und Diamant (1958)

  • 16.11.2026 – Miloš Forman: Der Feuerwehrball (1967)

  • 30.11.2026 – Frank Beyer: Spur der Steine (1966)

  • 14.12.2026 – Věra Chytilová: Tausendschönchen (1966)

  • 11.01.2027 – François Truffaut: Fahrenheit 451 (1966)

  • 18.01.2027 – Andrzej Wajda: Der Mann aus Marmor (1977)

Die weiteren Filme werden im Filmatelier gezeigt.

Wir wollen wissen, wogegen sich Menschen in diesen Filmen wehren. Uns interessiert ebenso: Wie kann ein Film selbst Widerstand leisten? Durch seine Geschichte,  seine Figuren, seine Bilder, seine Montage, seinen Humor, seine Erzählweise – oder allein dadurch, dass er etwas sichtbar macht, das lieber unsichtbar bleiben sollte.

Denn vielleicht beginnt Widerstand genau dort: nicht wegzuschauen.


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