Gemalte Zeit: Ewigkeit, Vergänglichkeit und Beschleunigung in der Kunst.


Vorlesung
WS 2026/27

Termine

Startdatum: 14.10.2026
Enddatum: 27.01.2027
Mittwoch: 11:00 - 13:00
keine Sitzung: 21.10., 25.11., 16.12., 13.01.27. Ersatztermine werden im Seminar bekanntgegeben.


Lehrende*r

Prof. Dr. Matthias Winzen

Verantwortliche*r Professor*in

Prof. Dr. Matthias Winzen



Lehrveranstaltung
auch geöffnet für

Studiengänge

Kommunikationsdesign
Produktdesign


Veranstaltungsort

Aula der HBKsaar


Maximale Anzahl Teilnehmer*innen

keine Teilnahmebeschränkung


Anmeldeverfahren

Anmeldeinformationen sind ab 21.09.2026 09:00 einsehbar.


Veranstaltungsart

Theorie (Kunsttheorie) - 4 ECTS Theorie (Medientheorie) - 4 ECTS Theorie (Wahl aus dem Hochschulangebot) - 4 ECTS Theorie Seminar – Vorlesung – 8 ECTS

ECTS

4 ECTS
8 ECTS


Leistungskontrolle

Anwesenheitspflicht, Referat/Hausarbeit/Klausur


Beschreibung

Nach jeder Sitzung erhalten Sie einen Fragebogen, der bis zur folgenden Sitzung beantwortet werden muss. Anwesenheit und Diskussionsbeteiligung in allen Sitzungen sowie Ihre vollständigen Antwortbögen zusammen führen zum Leistungsnachweis Theorie 4/8 ECTS.

Seit dem Mittelalter gab es in Europa spezialisierte Menschen, die den anderen ermöglichen konnten, mit den Augen ins Jenseits, in die Ewigkeit, hineinzuschauen: die Künstler und Künstlerinnen. Jahrhundertelang war eine der malerischen Hauptkompetenzen und -zuständigkeiten, immer detailliertere, lebensnahe, perspektivisch korrekte, diesseitig anschlussfähige Einblicke in den Himmel und das Überirdische herzustellen. Aus der menschlichen Sterblichkeit und alltäglichen Zeitlichkeit heraus konnte ins Überzeitliche hinübergeschaut werden. Der gemalte Raum wurde zum Übergangsraum zwischen banalem Diesseits und überirdischem Jenseits. Dadurch mischten sich nach und nach mehr diesseitige Elemente und Signale von Vergänglichkeit in den Bildraum. Gemälde hörten auf, als Fenster in das ganz Andere zu fungieren. Sie wurden mehr und mehr zu Spiegeln unserer Gegenwart und unserer Grunderfahrung, dass Zeit keineswegs ewig stillsteht wie im Himmel, sondern verläuft und verrinnt. Die technische Moderne löste eine Beschleunigung unserer Zeiterfahrung aus, mit großer Wirkung auch auf die Kunst. Bis zur technischen Erfindung des Films vor rund 140 Jahren wurde Bewegung als Bewegtheit im stillen statischen Bild dargestellt. Bewegte Bilder schienen dem Darstellungsthema Bewegung besser zu entsprechen. Film konnte besser zeigen, was Eisenbahnen, Automobile, überhaupt die industrialisierte Beschleunigung der Welt dynamisch tun. Wenn aber beim Betrachten eines Films Zeit vergeht, während die Darstellung vor Augen führt, wie Zeit verläuft, geht dabei seltsamerweise das Bewusstsein davon, wie Zeit vergeht, verloren. Paradoxerweise zerstreuen stark beschleunigte Medien oft die klare Wahrnehmung von Beschleunigung. Die Veranstaltung befasst sich mit Zeit als Kreisbewegung, linearer Verlauf und Punkt sowie damit, wie (film-)künstlerisch mit Zeit umgegangen werden kann. Dies geschieht anhand der Betrachtung einzelner Kunstwerke.

Keine Sitzung am 21.10., 25.11., 16.12.2026, 13.1.2027; Ersatztermine werden im Seminar bekanntgeggeben.


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